Symptome bei Eisenmangel – Vegetarier eine Risikogruppe?

Zu den am stärksten verbreiteten Mangelerscheinungen weltweit gehört der Eisenmangel. Anders als viele andere ernährungsbedingte Mängel sind die Symptome eines Eisenmangels auch in Wohlstandsgesellschaften wie Deutschland weit verbreitet. Schätzungen gehen davon aus, dass ca. ein Drittel der Bevölkerung betroffen ist. Vor allem junge Frauen gelten als die Hauptbetroffenen, da sie bis zu 80 Milliliter (ml) Blut durch die Menstruation verlieren.

Eisenmangel in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf einer Frau höher (c) istock.com/ monkeybusinessimages

Aber auch schwangere Frauen leiden an den Symptomen eines Eisenmangels, denn während der Schwangerschaft muss das ungeborene Kind versorgt werden und der Körper der werdenden Mutter muss ca. 30 % bis 40 % mehr Blut bilden, wodurch die Eisenaufnahme erhöht ist.

Was tut Eisen für unseren Körper

Eisen ist ein essentieller Mineralstoff für den menschlichen Organismus. Eisen ist für die Bildung von Hämoglobin und weiteren Enzymen zuständig. Es bindet Sauerstoff im Blut und den Muskeln und transportiert diesen zu den einzelnen Körperzellen. Eisen wird über die Nahrung aufgenommen und in einer gewissen Menge auch in der Leber, Milz und dem Knochenmark gespeichert. Es wird vom Körper nicht ausgeschieden, deswegen kann es bei einer zu hohen Eisenzufuhr auch zu einem Überschuss kommen.

Täglicher Bedarf um Eisenmangel Symptomen vorzubeugen

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Eisenzufuhr abhängig von Geschlecht und Alter zwischen 10 bis 12 mg pro Tag. Schwangerer Frauen sollten täglich 30 mg Eisen mit der Nahrung aufnehmen. Von dem durch die Ernährung aufgenommene Eisen können nur ca. 10 % tatsächlich vom Körper verwertet werden.

Wie entsteht ein Eisenmangel?

Bei einer Unterversorgung bzw. einem Eisenmangel sind die Reserven im Körper aufgebraucht und es kommt zu einer Blutarmut (Anämie), das heißt der Anteil an Hämoglobin im Blut hat sich verringert. Das überwiegend Frauen von den Symptomen des Eisenmangels betroffen sind, liegt daran, dass durch die monatliche Regelblutung verhältnismäßig große Mengen Eisen verloren gehen. Aber auch während einer Schwangerschaft kann es zu Mangelerscheinung kommen. Darüber hinaus zählen auch stärkere Blutungen infolge von Magen- und Darmerkrankungen, Hämorrhoiden, Geschwüren und Unfällen zu den Ursachen. Da der Organismus selbst nicht in der Lage ist, Eisen zu produzieren, kann der Verlust nur durch eine gezielte eisenhaltige Ernährung oder Therapie ausgeglichen werden. Als Lieferanten von Eisen gelten vor allem mageres Fleisch und Fisch, aber auch Vollkornprodukte oder etwa Vitamin C reiches Gemüse wie Kartoffeln. Dadurch, dass Vegetarier keine Fleisch- und Fischprodukte essen, fehlt Ihnen diese Eisenquelle und es ensteht schnell der Rückschluss, dass es bei ihnen schneller zu einem Eisenmangel kommen kann als bei Menschen, die Fleisch essen. Doch bisher konnten keine Untersuchungen diese Vermutung belegen. Der Körper braucht meist nur eine gewisse Zeit, um sich an die neuen pflanzlichen Eisenquellen zu gewöhnen. Und daher kann es eventuell am Anfang zu einem Eisenmangel kommen. Hauptquellen für Vegetarier können folgende Nahrungsmittel sein:

  • Gemüse
  • Obst
  • Getreide
  • Nüsse
  • Samen
  • Sojaprodukte

Darüber hinaus kann auch durch Verzicht auf Kaffee, Tee oder Milch unmittelbar vor und nach dem Genuss der eisenreichen Kost dem Verlust vorgebeugt werden.

In machen Fällen ist ein Eisenmangel aber sogar sinnvoll. Eisen ist nämlich auch ein Wachstumsfaktor für Erreger und Bakterien, zum Beispiel Malaria. In Ländern in den die Menschen aufgrund von einer Unterernährung an den Eisenmangel Symptomen leiden, führte eine zu hohe Eisenzufuhr dazu, dass die Malaria-Erreger stimuliert wurden und letztlich zum Tode führten. Bei einer solchen Infektion hat der Körper selbstständig die Eisenwerte im Blut heruntergesetzt, damit die Erreger „ausgehungert“ werden.

 

Eisenmangel Symptome

Wie bereits dargestellt, kann der Körper eine Blutarmut (Anämie) über einen gewissen Zeitraum, bis die Speicher aufgebraucht sind, ausgleichen. Doch auch in dieser Zeit kann mit ersten Symptomen gerechnet werden. Mögliche Eisenmangel Symptome sind:

 Eisenmangel Symptome Haarausfall

Haarausfall, ein Symptome bei Anämie (c) istock.com/ justme_yo

  • Haarausfall
  • andauernde Müdigkeit
  • Konzentrationsschwäche, verminderte Leistungsfähigkeit
  • unruhige Beine und Hände
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • blasse Hautfarbe
  • rissige Mundwinkel

 

Behandlung der Eisenmangel Symptome

Bemerken Sie oben genannte Symptome, sollten Sie zunächst auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, bevor Sie ohne Rücksprache Eisentabletten oder andere Eisenpräparate zu sich nehmen. Der Hausarzt macht ein Blutbild, welches Klarheit über Eisenmangel als mögliche Ursache bringt. Außerdem sollte dann eine Vorgehensweise besprochen werden, die die Symptome des Eisenmangels minimiert werden können. Zu niedrige Eisenwerte können nämlich auch auf andere Krankheiten hinweisen, zum Beispiel Margen-Darm-Erkrankungen, innere Blutungen oder einen Tumor. Die Zufuhr einer großen Menge Eisen in kurzer Zeit, zum Beispiel mittels einer Infusion, sollte nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden, denn dies kann unter Umständen zu einem lebensgefährlichen Schock führen. Besser sind Eisentabletten, die in Absprache mit dem Hausarzt eingesetzt werden können. Allerdings können bei der Einnahme von Eisentabletten auch Nebenwirkungen wie Übelkeit und Verstopfungen auftreten. Durch eine gesunde und bewusste Ernährung können Sie Ihren Eisenbedarf decken, am besten kann der Organismus das Hämeisen verwerten, was in Fleisch zu finden ist.

Nahrungsmittel mit besonders hohen Eisenwerten

Lebensmittel Eisenwerte (mg/100g)
Schweineleber 22,1
Kalbsleber 7,9
Rinderleber 7,1
Blutwurst 6,4
Putenfleisch 3
Rindfleisch 2,9
Geflügel 2,6
Schweinefleisch 2,5
Kalbsfleisch 2,2
Hähnchenkeule 1,4
Putenfleisch 3
Austern 5,8
Thunfisch 1,2
Lachs 0,7
Linsen 6,9
Pfifferlinge 6,5
Weiße Bohnen 6
Erbsen 5
Petersilie 3,3
Kresse 2,8
Fenchel 2,5
getrocknete Aprikosen 3,8
Hirse 5,9
Haferflocken 4,6
Roggenbrot 3,3
Sojamehl 15
Zimt 38,1
Pinienkerne 9,2
Hühnereigelb 7,2

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