Neurodermitis – alles Wissenswerte im Überblick

Themen im Überblick

❶ Ursachen von Neurodermitis
❷ Symptome von Neurodermitis
❸ Heilungschancen des atopischen Ekzems

❹ Therapiemöglichkeiten bei Neurodermitis
      → Die Vermeidungs- oder Ernährungstherapie
      → Selektive Immunadsorption
      → Akupunktur
      → Schlafkleidung und Unterwäsche aus Silbernitrat
      → UV-Licht

❺ Neurodermitis – Alltagstipps
      → Weitere Alltagstipps im Bezug auf Kleidung bei Neurodermitis
      → Alltagstipps: Entspannung und Sport

Neurodermitis, auch atopisches Ekzem genannt, gilt als die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Aber auch Erwachsene leiden im Alltag unter den Symptomen von Neurodermitis, allerdings bricht die Krankheit bei steigendem Alter seltener aus. In Europa leiden ca. 15 % – 20 % der unter dreijährigen an Neurodermitis.

 

1. Ursachen von Neurodermitis

Ursachen von Neurodermitis

Neurodermitis – Ursachen und Symptome (c) istock.com/Astrid Gast

Die Veranlagung an Neurodermitis zu erkranken ist genetisch bedingt und wird von den Eltern auf die Kinder vererbt. Eine Ansteckungsgefahr über körperlichen Kontakt besteht nicht. Neurodermitis ist eine Hauterkrankung, begleitet von Juckreiz, Hautrötungen und Ekzemen. Bei Überreaktion der Haut, manchmal ausgelöst durch bestimmte Medikamente oder falsche Nahrungsmittel, kann die sogenannte Nesselsucht ausgelöst werden. Die Nesselsucht wird begleitet durch nässende Ekzeme, die stark jucken und wegen der man sich ständig kratzen muss. Bestimmte Medikamente, die ein Arzt verschreibt, können eine Linderung versprechen, bis die Ursachen für die Erkrankung gefunden sind. In den meisten Fällen ist die Erkrankung psychisch bedingt. Bei Erwachsenen tritt sie oft auf, wenn der Berufsalltag durch Stress und Stress Symptome begleitet wird oder man einen Beruf ausübt, in dem man viel Kontakt mit Schmutz und Feuchtigkeit hat. Aber auch ein übermäßiger Tabak- oder Alkoholkonsum können Ursache für Neurodermitis sein. Bei Frauen ist die Erkrankung oft hormonell bedingt. Eine große Rolle für den Ausbruch spielen bestimmte Umwelteinflüsse, wie der Wechsel von Kälte zu Wärme und schwüle Luft. Ebenso können bereits bestehende Allergien, wie zum Beispiel Tierhaare und Pollen, ein größeres Risiko für Neurodermitis darstellen. Durch die veränderte Lebensweise der Menschen in den letzten Jahren hat die Anzahl an Erkrankung an Neurodermitis stark zugenommen. Durch übermäßiges Duschen wird das Hautbild verändert und die Haut reagiert sensibler auf schädliche Umwelteinflüsse. Die Haut wird trocken und schuppt sich. Für die Zukunft wäre ein verändertes Duschverhalten und eine Umstellung der Ernährung ein guter Anfang, damit die Haut sich regeneriert und das Immunsystem gestärkt wird.

 

2. Symptome von Neurodermitis

Neurodermitis kann bei Menschen jeden Alters und dann schubweise, mit wechselnder Intensität, auftreten. Die häufigsten Symptome sind Hautrötungen, Juckreiz und nässende Ekzeme, die sogenannte Nesselsucht. Bei Nesselsucht reagiert die Haut überempfindlich. Auf der Haut entstehen Hautrötungen, Quaddeln begleitet von starkem Juckreiz und der Betroffene muss sich ständig kratzen. Bei Erwachsenen kommt es zu lederartigen Verdickungen der betroffenen Hautpartien. Besonders sind bei Erwachsenen Augen- und Stirnbereich, der Hals, sowie der Hand- oder Fußrücken betroffen. Bei Kindern befinden sich die Ekzeme überwiegend an Ellenbeugen, Kniekehlen und Handgelenken. Säuglinge leiden häufig an nässenden Ekzemen im Gesicht. Bei Verdacht der Erkrankung sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen. Vor allem eine Untersuchung des Blutbildes und ein Allergietest sind wichtig, um verschiedene Auslösefaktoren auszuschließen. Bei Sauglingen tritt die Hauterkrankung häufig am Kopf durch Bildung von gelblich-weißen Schuppenkrusten auf der geröteten Haut, Milchschorf genannt, auf. Die Haut ist trocken und juckt. Später können sich in den Beugen der Arme und Beine rötende und schuppende Hautstellen bilden, die einen starken Juckreiz verursachen und dazu führen, dass man sich ständig kratzen muss. Bei Nichtbehandlung entstehen nässende Ekzeme.

 

3. Heilungschancen des atopischen Ekzems

Da die Ursachen von Neurodermitis bisher noch nicht komplett erforscht sind, gibt es leider auch noch keine vollständigen Heilungsmöglichkeiten der Krankheit. Dennoch gibt es einige Therapiemöglichkeiten.

 

4. Therapiemöglichkeiten bei Neurodermitis

Es gibt verschiedene Therapien gegen Neurodermitis. Doch leider helfen nicht alle gleich und bei manchen Patienten schlagen sie gar nicht an. Deshalb kann es notwendig sein, mehrere Behandlungsmöglichkeiten auszuprobieren. Nachfolgend werden einige Therapien für Patienten vorgestellt.

 

4.1 Die Vermeidungs- oder Ernährungstherapie

Bluttest zur Erkennung von Neurodermitis

Bluttest zur Ursachenerforschung von Neurodermitis (c)istock.com/anna1311

Bei einigen Neurodermitikern kommt es zu einem atopischen Ekzem durch die Ernährung. Eine allergische Reaktion auf bestimmte Lebensmittel kann Neurodermitis auslösen. Ebenso kann eine Hausstaub- oder Tierhaarallergie diese Erkrankung auslösen. Beide Auslöser sind besonders bei Kindern zu beobachten. Ob es wirklich so ist, kann durch einen Blut- oder Allergietest festgestellt werden. Liegt es an der Ernährung, sollte eine Ernährungstherapie bzw. eine Ernährungsumstellung erfolgen. Sind Tierhaare oder eine Hausstauballergie der Grund, sollte darauf geachtet werden, dass so wenig Staub wie möglich in der Wohnung ist. Bei einer festgestellten Tierhaarallergie sollte in Erwägung gezogen werden, das Haustier weiter zu vermitteln, also die Ursache zu vermeiden, um nicht länger in Kontakt mit dem Auslöser zu stehen.

 

4.2 Selektive Immunadsorption

Diese Methode sollte nur bei Erwachsenen angewendet werden, die unter sehr starker Neurodermitis leiden. Da über 70 % der Patienten erhöhte IgE Werte im Blut haben, wird das Blut gewaschen und dann wieder den Neurodermitikern zugeführt. Durch diese Therapie wird der Juckreiz stark vermindert.

 

4.3 Akupunktur

Bei einigen Neurodermitikern, die unter einem atopischen Ekzem leiden, hat Akupunktur nachweislich geholfen. Doch weshalb es den starken Juckreiz mildern kann, ist bis heute nicht sicher.

 

4.4 Schlafkleidung und Unterwäsche aus Silbernitrat

Wenn die vorgeschlagenen Therapien nicht ausreichend geholfen haben und man nur schlecht schlafen kann, kann durch Schlafkleidung und Unterwäsche aus Silbernitrat lindern geschaffen werden. Da Silber eine antibakterielle Wirkung hat und Hautkeime abtöten kann, ist es optimal, um dem atopischen Ekzem entgegenzuwirken. Die Wunden heilen dadurch schneller und der Juckreiz wird eingedämpft.

 

4.5 UV-Licht

Die Behandlung mit dem UV-Licht sollte nicht von Kindern im Alter und zwölf Jahren angewandt werden. Das Licht sorgt dafür, dass sich die oberen Hautschichten beruhigen können. Es sind mehrere Sitzungen notwendig, um den Juckreiz durch die Neurodermitis zu mildern. Doch sollte diese Methode nicht jahrelang angewandt werden, da sie das Hautkrebsrisiko verstärkt, je mehr Behandlungen durchgeführt werden.

 

5. Neurodermitis – Alltagstipps

Wer Neurodermitis hat, dem fällt der Alltag vielleicht manchmal schwerer als anderen. Deshalb sind hier einige Alltagstipps aufgelistet, die einem dabei helfen sollen und können, den Alltag ganz normal zu überstehen:

Alltagstipps bei Atopischen Ekzemen

Alltagstipps – Fingernägel kurz, damit Verletzungen vermieden werden können (c) iStock.com/BelindaPretorius

  • Die Fingernägel sollten immer kurz bleiben, damit Verletzungen, die durch das Kratzen entstehen, vermieden werden.
  • Ein Kühlen der betroffenen Stellen kann ebenfalls eine gute Hilfe sein.
  • Patienten des atopischen Ekzems sollten außerdem auf eine gute Ernährung achten. Diese sollte ausgewogen sowie abwechslungsreich sein.
  • Eincremen ist eine weitere Hilfe, die gut zu den Therapien beitragen.
  • Ein weiterer guter Tipp für Neurodermitispatienten ist, Handschuhe aus Baumwolle beim Schlafen zu tragen. Denn in der Nacht neigen Menschen mit atopischen Ekzem dazu, sich die Haut aufzukratzen.
  • Ebenso können frische Luft am Meer oder in den Bergen gut bei den Therapien helfen.
  • Außerdem sollte auf gesunde Nahrungsmittel geachtet werden.

 

5.1 Weitere Alltagstipps im Bezug auf Kleidung bei Neurodermitis

  • Kleidung aus Synthetik und grober Wolle vermeiden, da diese einen Juckreiz verursachen kann.
  • Neurodermitispatienten sollten daher lieber Baumwolle, Leinen, Seide oder Mikrofaser tragen.

 

5.2 Alltagstipps: Entspannung und Sport

Neben diesen Alltagstipps gibt es noch einige Entspannungsarten, die bei den Therapien der Krankheit Neurodermitis ausprobiert werden können. Es gibt dabei eine ganze Reihe verschiedene, für die sich jeder Individuelle entscheiden kann. Einige Beispiele sind:

  • Yoga
  • Pilates
  • Meditation
  • Autogenes Training

Auch Sport kann eventuell bei den Therapien von Neurodermitis eine Unterstützung sein. Empfehlenswert ist beispielsweise das Schwimmen, da dabei kein Schweiß gebildet werden kann. Dabei gilt: Vor und nach dem Schwimmen gut eincremen!
Allerdings sollte jeder Patient des atopischen Ekzems dies für sich entscheiden, da einige das Chlor womöglich nicht vertragen können. Wenn dies der Fall ist, sollte vielleicht auf ein Sport zurückgegriffen werden, bei dem Schwitzen zumindest nicht in Übermaßen stattfindet.

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