Nasenspray Sucht – Wenn Medizin einen abhängig macht

Gerade in der kalten und nassen Jahreszeit des Jahres ist der Großteil der Menschheit mehr oder weniger erkältet. Egal wo man sich befindet, ob in der Bahn, auf der Arbeit oder im Cafe um die Ecke, es wird gehustet und geschnieft. Nasenspray hat besonders in diesen Tagen seine Hochsaison. Doch was passiert, wenn ich auf das Nasenspray auch nach meiner Erkältung nicht mehr verzichten kann? Wie schnell bekommt man eine Nasenspray Sucht?

Nasenspray Sucht

Wenn Nasenspray süchtig macht (c) ©iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Die deutsche Hauptstelle für Suchtfragen stellt fest, dass mehr als 100 000 Menschen in Deutschland an der Nasenspray Sucht leiden. Teilweise, so die Suchtexperten, greifen die Betroffenen häufiger zur ihrer kleinen Spraydose als andere Suchterkrankte zu ihren Zigaretten. Der Weg in die Nasenspray Sucht ist einfach und schnell. Nasenspray und Nasentropfen sind frei verkäufliche Produkte aus der Apotheke und somit problemlos erhältlich.

Der Weg in die Nasenspray Sucht

Wer erkältet ist, bekommt meist nur schlecht oder wenig Luft und greift so schnell dankbar zum Nasenspray. Mit Hilfe der im Spray enthaltenen Wirkstoffe, wie Xylometazolin, Oxymetazolin sowie Phenylephrin, schwellen Nasenschleimhäute ab und ein Durchatmen ist möglich. Durch den Gebrauch des Nasensprays sind die Gefäße nicht mehr so gut durchblutet und die Schleimhäute trocknen aus. Schon weniges sprühen reicht aus und schon ist die Nase wieder frei. Jedoch warnen Apotheker und Ärzte stets: Wenden Sie das Nasenspray maximal 3x täglich und nicht länger als eine Woche am Stück an. Doch warum dieser Hinweis?

Nasenspray ist eine gute Lösung um die Beschwerden zu lindern, allerdings kann sich dieser positive Effekt schnell ins Gegenteil umwandeln. Zudem werden bei längerer Anwendung vermehrt Rezeptoren gebildet, sodass die Dosierung stets erhöht werden muss und man so öfter zum Spray greift. Nun setzt ein teuflischer Kreislauf ein. Nachdem der Wirkstoff nachlässt, werden die Nasenschleimhäute noch verstärkter durchblutet und schwellen erneut an, weshalb man wieder zum Nasenspray greift. Eine andere Möglichkeit ist auch, dass den Betroffenen der Nasenspray Sucht die Feuchtigkeit in der Nase fehlt, weshalb der Körper Viren, Staub und Schmutz nicht mehr abwehren kann. Um dies zu verhindern, wird die Nasenschleimhaut wieder anschwellen und wieder kommt das Spray zum Einsatz. Eine Nasenspray Sucht beginnt.

Die Folgen

Die Langzeitfolgen sind eine zerstörte Nasenschleimhaut, was letztlich dazu führen kann, dass der Nasenspray Süchtige „Nichts“ mehr riechen kann. Zudem kommen eine chronisch geschwollene Schleimhaut und eine nasal klingende Stimme hinzu. Da die Abwehrfunktionen der Nase so beeinträchtigt sind, erhöht sich das Risiko von Keimbefall über die Nase. In schweren Fällen kommt es zu Erstickungsängsten und Stimmungsschwankungen der Betroffenen. Das Gefühl eines dauerhaft chronischen Schnupfen lässt es für die Patienten umso schwieriger werden, sich von der Nasenspray Sucht zu befreien.

Mittel gegen die Nasenspray Sucht

Experten warnen vor einem „kalten Entzug“. Sensiblere Methoden stellen die folgenden Methoden dar.

  • Austausch mit cortisonhaltigen Nasensprays
  • Zwar ist die Wirkung etwas langsamer als bei Ihrem gewohntem Nasenspray, jedoch haben diese Nasensprays ebenfalls eine entzündungshemmende, antiallergische und abschwellende Wirkung. Allerdings sind diese verschreibungspflichtig.

  • Die „Ein-Loch-Therapie
  • Mit dieser Methode wird ein Loch nach dem anderen behandelt. Auch wenn es schwer ist, versuchen Sie nur ein Loch noch mit Nasenspray zu versorgen, sobald das nicht eingesprühte Nasenloch wieder erholt ist, können Sie auch bei dem anderen Ihr Nasenspray weglassen.

  • Reduzierung der Dosis
  • So simpel wie hilfreich. Entweder reduzieren Sie bewusst die Menge an Nasenspray oder greifen Sie beispielsweise auf Kindernasenspray bzw. Spray Kochsalzlösung zurück.

  • Pseudoephedrinhaltigen Tabletten
  • Auch diese sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Die Tabletten ersetzen das Nasenspray. Durch die orale Einnahme werden die Nasenschleimhäute geschont und eine Linderung der Symptome tritt trotzdem ein. Jedoch sollten Sie auch hier nicht mehr als diese 6 Tabletten einnehmen.

    Um erst gar nicht in die Gefahr einer Nasenspray Sucht zukommen, können Sie mit Nahrungsergänzungsmitteln das Immunsystem stärken. Wir beantworten auch gerne die Frage: Was tun bei einer Winter Grippe? Sollten Sie sich jedoch trotzdem eine Erkältung einfangen, müssen Sie keinesfalls auf den generellen Gebrauch von Nasenspray verzichten. Gerade um bei Erkältungen in der Nacht zur Ruhe zu kommen, ist Nasenspray sehr hilfreich. Jedoch bedenken Sie den Warnhinweis und konsumieren Sie es nicht länger als eine Woche. Suchen Sie einen Arzt auf, sollten Sie nach dieser Woche immer noch eine verstopfte Nase haben. Möglicherweise handelt es sich um keine einfache Erkältung, sondern um eine Allergie oder eine Vergrößerung der Nasenmuscheln.

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