Fit durch EMS-Training: Schnell zum Erfolg?

EMS-Training ist ein relativ neuer Trend im Krafttraining und verspricht auf den ersten Blick gute Ergebnisse bei geringem Aufwand. Aber ist dem wirklich so? Hier liest Du, inwiefern EMS als echte Alternative zu herkömmlichem Training taugt – oder ob Du besser die Finger davon lassen solltest.

Was ist EMS-Training und wie wird trainiert?

Frau beim EMS-Training mit Trainer im Studio

EMS-Training sollte immer mit einem qualifizierten Trainer durchgeführt werden © istock/JackF

Hinter der Abkürzung EMS – verbirgt sich der Begriff „Elektrische Muskel Stimulation“. Es geht also darum, dass Muskeln oder Muskelgruppen gezielt per Stromstoß trainiert werden und dadurch schneller wachsen. Dafür legt sich der Proband einen Ganzkörperanzug mit Elektroden an und führt dann unter Aufsicht eines Trainers einzelne Übungen, zumeist Halteübungen durch. Das Prinzip besteht darin, die Spannung einige Sekunden zu halten, dann folgen zur Entspannung einige Sekunden Pause. Während des Haltens reguliert der Trainer die Stärke der Stromstöße je nach Bedarf für einzelne Muskeln und Muskelgruppen. Der Strom sorgt für besonders effektive Auslastung des Muskels und damit für das erwünschte Wachstum. Hier siehst Du einen interessanten Erfahrungstest zum Thena EMS-Training.

Wenig Anstrengung? Viel Ergebnis?

Die Trainingsmethode EMS an sich ist nicht neu, denn Therapien mit Strom werden schon seit Jahrzehnten zum Muskelaufbau bei Reha-Maßnahmen, zum Beispiel für Rücken oder Kniee genutzt. Als Ganzkörpertraining mit dem Ziel abzunehmen und Muskeln aufzubauen rückt EMS-Training auch in den Fokus der Studios. Das Versprechen ist verlockend: Ein bis zwei Trainingseinheiten a 20 Minuten pro Woche sollen mehrfaches, stundenlanges Training ersetzen. Allerdings ist der Spaß nicht ganz billig: Für ein EMS-Training schlagen mindestens 20 bis 25 Euro zu Buche. Wer sich also zwei Trainingseinheiten in der Woche gönnt, liegt schnell bei 200 Euro im Monat – allerdings darf man nicht vergessen, dass ja unter Aufsicht eines Trainers trainiert wird, von daher relativieren sich die auf den ersten Blick recht hohen Kosten.

Bei der Wahl des Studios solltest Du übrigens auf ein TÜV-Zertifikat achten. Zertifizierte EMS-Einrichtungen sind auf Service, allgemeine Anforderungen und EMS-Bekleidung, Notfallmanagement, Betreuungskonzepte und Trainingsdurchführung sowie Ausstattung geprüft. Näheres dazu gibt es auf der Website von TUV.

Wer glaubt, dass der Körper durch EMS kaum gefordert wird, irrt gewaltig: Da die Muskeln maximal ausgelastet werden, ist auch die Anstrengung besonders groß. Gerade untrainierte Menschen dürfen sich sicher sein, auch nach nur 20 Minuten Training die Folgen in Form eines ausgewachsenen Muskelkaters zu spüren.

Für wen EMS-Training Gefahren bergen kann

Mit dem Thema Strom gehen oft Bedenken einher. Sind Stromstöße nicht gefährlich? Beim EMS-Training nicht! Die Stromstöße bewegen sich im Niederfrequenzbereich, sind also unbedenklich.

Frau beim EMS-Training

EMS-Training: Wundermittel oder gefährlich? ©gettyimages/iStockphoto/VITAL_ML

Was allerdings Gefahren bergen kann, sind stark erhöhte CK-Werte: CK steht für Creatin-Kinase, ein Enzym, das die Zellen mit Energie versorgt. CK wird über die Nieren abgebaut. Daher kann es gefährlich werden, wenn es zur Überbelastung kommt – im schlimmsten Fall droht ein Nierenschaden. Wichtig ist daher beim EMS-Training:

  • Vor und nach dem Sport viel trinken!
  • Wenn starke Erschöpfung oder Herzrasen während oder nach dem Training auftreten, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden!
  • Für Schwangere und Menschen, die einen Herzschrittmacher tragen, ist EMS keine Trainingsmethode!

Auch, wenn – wie bei jedem Trend im Bereich Fitness – viele EMS-Training als DIE Lösung im Krafttraining anpreisen, gibt es auch viele Stimmen, die von EMS abraten, sondern bestenfalls als Ergänzung zu bestehenden Workout-Maßnahmen, zum Beispiel Bodyweight-Training, sehen. Ein Wundermittel zum schnellen Abnehmen und Muskelaufbau ist EMS-Training wohl eher nicht.

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