Burnout Syndrom – erste Anzeichen erkennen

Heutzutage ist leider eine deutliche Zunahme an Burnout-Fällen zu beobachten. Und sogar Kinder leiden immer häufiger an dieser Art der Erschöpfung. Nahezu jeder dritte Bundesbürger leidet an psychischen Störungen oder Depressionen und auch Krankschreibungen vom Arzt werden immer häufiger beim Arbeitgeber eingereicht. Im folgenden Artikel geht es um das Gefühl – ausgebrannt zu sein, wie man erste Anzeichen von Burnout erkennt und was man dagegen tun kann.

Das Burn out Syndrom

Burnout Syndrom – Hilfe aus der Depression

Definition von Burnout

Der Begriff Burnout bedeutet soviel wie „ausgebrannt sein“ oder „ausgelaugt sein“. Das Burnout Syndrom beschreibt den Zustand einer enormen seelischen, geistigen und körperlichen Erschöpfung, ist aber medizinisch nicht als Krankheit angesehen. Beim Burnout werden häufig die körperlichen Kräfte aufgebraucht und nicht wieder ausreichend aufgefüllt. Das heißt, es ensteht ein Erschöpfungszustand, der über einen langen Zeitraum anhält. Von Burnout sind häufig Berufstätige betroffen. Bei ihnen wird der Zustand der Erschöpfung durch zum Beispiel Stress oder schwierige und unangenehme Situationen im Beruf, die nicht mehr bewältigt werden können, hervorgerufen. Die Betroffenen sind mit der Situation überfordert und überlastet und immer weniger in der Lage ein geregeltes Leben zu führen. Die Gründe für einen Burnout können vielfältig sein und so findet man in jeder Berufsgruppe Betroffene, von einer Kassiererin über Lehrer und Studenten, bis hin zu Führungskräften und Leistungssportlern.

Erste Anzeichen von Burnout

Erschöpfung, innere Leere und Gereiztheit sind die ersten Alarmsignale des Burnout Syndroms. Aber auch das Empfinden und der Druck, der auf dem Arbeitnehmer lastet, ständig etwas leisten zu müssen, gehören dazu. Als ernst zunehmendes Warnsignal bei Betroffenen ist der Wunsch auch nach dem Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub arbeiten zu wollen. Gleichzeitig sinkt aber auch die Motivation für die Arbeit und es kann eine negative Halterung dieser gegenüber entstehen. Auch wenn man sich immer mehr aus seinem sozialen Umfeld zurückzieht und eine Leere verspürt, können das klare Anzeichen sein. Vorsicht ist jedoch vor den Selbsttest verschiedenster Internetanbieter, zur eigenen Diagnose, geboten. Häufig werden dadurch nämlich die Leute, durch schlechte Ergebnisse, geradezu zum Arzt gelockt, obwohl sie gesund sind. Natürlich sollte man erste Symptome auf keinen Fall vernachlässigen, allerdings ist es absolut ratsam sich eine professionelle Meinung und Diagnose eines Arztes oder eines Therapeuten anzuhören, anstatt sich ausschließlich auf die Tests im Internet zu verlassen. Am wichtigsten ist es, dass man seine Anzeichen ernst nimmt. Und wenn man das Gefühl hat, das der Freund, die Freundin oder der Kollege betroffen ist, kann es ihm helfen, seine eigenen Anzeichen zu erkennen, indem man ihn daraufhinweist.

Ursachen für Burnout

Typische Erkennungsmerkmale dieses Syndroms sind das Gefühl, ausgebrannt zu sein, eine Überlastung und starker Stress. Oft werden die modernen Arbeitsstrukturen und Anforderungen, die sehr viel Flexibilität und eine hohe Einsatzbereitschaft und Erreichbarkeit von den Mitarbeitern fordern, als Begründung genannt. Die Unternehmen in der heutigen Zeit verlangen sehr viel, die Mitarbeiter haben aber nicht das Gefühl der Wertschätzung und haben nicht das Gefühl, dass sie etwas für ihre Arbeit zurückbekommen. Burnout kann aber auch durch eine schlechte Organisation der eigenen Arbeit oder der Arbeit im Team verursacht werden. Letzteres kann wiederum durch mangelnde Kommunikation mit den Kollegen oder mit dem Vorgesetzten entstehen. Außerdem kann es zu Burnout kommen, wenn zusätzliche Arbeit von kranken Kollegen übernommen werden muss, da aufgrund fehlender Finanzmittel kein Personal eingestellt werden kann. Auch wenn die Betroffenen kein positives Feedback oder Lob über ihren Arbeitseinsatz erhalten oder mit einer Fülle von schwer einzuhaltenden Terminen konfrontiert sind, kann das negativen Stress verstärken. Auch Probleme mit Kunden können dazu führen, dass für die Betroffenen vermehrt Stress bei der Arbeitsbewältigung entsteht. Und manche Arbeitnehmer sind auch ausgebrannt, weil sie mit den institutionellen Strukturen und Vorgaben nicht zurechtkommen, oder Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Zuletzt kann sogar andauernde Unterforderung diese starke Art der Erschöpfung hervorrufen. Fakt ist auch, dass nicht nur die schwächsten von Burnout betroffen sind, sondern es sind häufig auch die, die alles für ihre Arbeit tun und sich sehr stark einsetzen und engagieren.

Prävention von Burnout

Was kann ich tun, wenn ich denke, dass ich am Burnout Syndrom leide? In diesem Fall ist es zunächst erstmal wichtig, das selber zu erkennen oder von anderen darauf hingewiesen zu werden. Im nächsten Schritt muss man dann einen Fachmann aufsuchen und sich beraten lassen. Es gibt dann verschiedene Therapiemöglichkeiten, die natürlich auch abhängig von der schwere des Burnout-Falls sind. Häufig wird mittels Gesprächen nach Lösungen für den Burnout gesucht, die aus der Stressspirale helfen sollen. Aber auch persönliche Veränderungen auf organisatorischer und personeller Ebene sind vorzunehmen, um den Stress und die damit verbundenen Depressionen deutlich zu reduzieren. Wichtig ist, dass man sich Hilfe holt und Burnout nicht als Schwäche betrachtet, sondern es als Stärke sieht, dass man erkannt hat, dass es einem nicht gut geht.

Therapiemöglichkeiten bei Burnout

Wenn das Burnout Syndrom diagnostiziert wird, ist es wichtig mit der Behandlung zu beginnen, z.B. in der Psychotherapie. Zusammen mit den Betroffenen wird an einem neuen Zeitmanagement für die Arbeit und die Freizeit gearbeitet, damit zukünftig diese Art von Erschöpfung vermieden werden kann. Die Betroffenen lernen die Freizeit wieder anzunehmen und sich durch verschiedene Entspannungstechniken zu erholen. Vor allem auch sich die Zeit für eine Erholung zu nehmen und diese sinnvoll zu nutzen.

Woher weiß ich, ob ich gefährdet bin

Diese Frage stellen sich wohl sehr viele. Aber wie bereits erwähnt, ist eine Ferndiagnose wenig verlässlich. Im Folgenden haben wir ein paar Fragen zusammengestellt, die als Orientierung dienen sollen. Wenn sie viele dieser Aussagen mit „Ja“ bzw. „stimme zu“ beantworten und auch zusätzlich das Gefühl haben sich in den oben genannten Punkten wieder zuerkennen, dann erkundigen Sie sich bitte bei einer professionellen Beratungsstelle.
[list type=“small-dot“] [li]Ich erwarte mehr von meinen Leistungen als andere.[/li] [li]Für mich ist es wichtig, dass ich es anderen Menschen recht mache.[/li] [li]Ich bin ständig müde, oder schlafe schlecht.[/li] [li]Wegen meiner Arbeit verzichte ich auf private Kontakte.[/li] [li]Der Wert meiner Arbeit wird nicht wahrgenommen.[/li] [li]Allgemein ist mein Leben sehr stressig.[/li] [li]Andere Menschen interessieren mich nicht.[/li] [li]Ich habe körperliche Beschwerden und weiß nicht woher sie kommen.[/li] [li]Ich trinke mehr Alkohol, als mir gut tut.[/li] [/list]

Interessieren Sie sich über diesen Artikel hinaus für das Thema Burnout, dann finden Sie im folgenden Video sicher Antworten auf Ihre noch offenen Fragen.

Gegen die Wand – Rätsel Burnout, die überforderte Gesellschaft

 

Wissenschaftler und Arbeitspsychologen analysieren unterschiedliche Krankheitsbilder, entwickeln verschiedene Diagnosewerkzeuge, begeben sich auf die Spur der Gene und weisen den Weg zu erfolgreichen Therapien.

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