Biogas: gut für die Natur, schlecht für die Gesundheit?

Würde man eine Umfrage zur öffentlichen Wahrnehmung des Themas „Biogas“ in Auftrag geben, wäre das Ergebnis sicherlich durchweg positiv. Die Vorteile der Biogas-Anlagen liegen auf der Hand: Sie produzieren grünen Strom aus Abfall-Produkten, haben einen guten Wirkungsgrad und rentieren sich schnell. Deshalb bauen vor allem Landwirte immer mehr der großen grünen Kuppeln auf ihre Äcker. Im letzten Jahr machte der Strom aus Biomasse bereits sechs Prozent der Gesamtstrommenge aus – Tendenz steigend. Allerdings warnen Experten neuerdings vor den Biogas-Anlagen: Sie würden Gesundheit von Mensch und Tier schädigen und sogar eine tödliche Krankheit verbreiten. Zudem gebe es bei Unfällen in einer Biogas Anlage noch keinen vernünftigen Rettungsplan.

Biogas ist einer der saubersten Energielieferanten

Biogas statt Ackerbau

Vom Ackerbau zur Energiewirtschaft

Der Grund für die große Beliebtheit von Biogas Anlagen ist die einfache Produktion von Energie und der hohe Wirkungsgrad von modernen Biogas Anlagen. Vor allem Landwirte mit großen Ackerflächen schwenken immer mehr vom Ackerbau auf die Energiewirtschaft um und bauen auf ihre Felder eine der riesigen kuppelförmigen Bauten. Neben den großen Flächen haben Landwirte meist auch die wichtigsten Rohstoffe zur Energieerzeugung in Hülle und Fülle: pflanzliche Materialien, Dung und Gülle.

In den Anlagen entsteht das Biogas durch die natürlichen Prozess des mikrobiellen Abbaus organischer Stoffe unter anoxischen Bedingungen. Die im Dung enthaltenen Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße werden von Mikroorganismen in Methan und Kohlenstoffdioxid umgewandelt – ersteres wird dann zur Energie- und Stromerzeugung verbrannt. Je höher der Methangehalt des Biogases ist, desto höher ist logischerweise auch die Energieffizienz des Biogases. Nun ist ja aber nicht jeder Bürger Landwirt. Dennoch gibt es für jeden die Möglichkeit seine persönliche Klimabilanz zu verbessern. Außerdem findet man online viele allgemeine Informationen zum Thema Biogas.

So ist das Biogas nach Wind-, Wasser- und Solarenergie eine der saubersten Energiequellen, die wir momentan zur Verfügung haben. Zudem kosten die Biogas Anlagen bei weitem nicht soviel wie ein großes Windrad und sind nicht ortsgebunden, wie die Wasserkraftanlagen.

Problematische Biogas Anlagen

So sauber der aus Biogas gewonnene Strom auch sein mag, trotzdem machten sich in den vergangenen Monaten erstmals kritische Stimmen zu den Biogas Anlagen breit. Dabei ging es vor allem um drei Themen:

Rettunsgeinsätze in den Biogas Anlagen

Feuerwehr an der Biogas Anlage

Zu einem Einsatz an der Biogas Anlage sollte die Feuerwehr immer mit anrücken.

Die Ärzte Zeitung berichtete vor kurzem von der problematischen Situation, sollte es einmal einen Unfall in einer Anlage geben. Dabei birgt ein Einsatz in einer Leck geschlagenen Biogas Anlage und sogar die geretteten Verletzten aus einer Biogas Anlage erhebliche Gefahren: Neben Methan und Kohlenstoffdioxid wird bei der Zersetzung von organischen Stoffen auch Schwefelwasserstoff frei, der hochtoxisch ist und schon in kleinen Dosen gefährlich sein kann. Um eine schädliche Dosis Schwefelwasserstoff aufzunehmen reicht meist schon der Kontakt mit der kontaminierten Kleidung des Verletzten.

Hinzu kommt noch, dass Methan zwischen der unteren und oberen Explosionsgrenze (UEG und OEG) von 4,4 bis 16,5 Volumenprozent im Luftgemisch explosiv ist. So könnte der Einsatz eines Defibrillators oder eines Funkgeräts eine Explosion erzeugen.

Die Gefahr der schwierigen Rettung ist allerdings zumindest erkannt: Die Feuerwehren arbeiten derzeit intensiv an Rettungsplänen für Biogas Anlagen. Zudem rüsten sie sich mit dem richtigen Gerät aus, um Gefahren frühzeitig erkennen zu können und im Falle des Falles Leben retten zu können.

Schädlichkeit einiger Anlagen für die Gesundheit von Mensch und Tier

Etwas weiter zurück liegt ein Bericht der Rotenburger Rundschau über die Übertragung einer – in wenigen Fällen – tödlich verlaufenden Krankheit durch Biogas Anlagen. So sollen sich in den Anlagen nicht nur die Stoffe zur Energieerzeugung bilden, sondern auch die Botulinum-Sporen, die durch Lecks in der Biogas Anlage in die Umwelt gelangen. Bei Tieren lösen sie Stoffwechselerkrankungen aus, die in den meisten Fällen tödlich verlaufen.

Auch der Mensch kann sich über die Sporen mit dem Botulismus infizieren, allerdings liegt die Morbiditätsrate beim Menschen deutlich niedriger als bei Tieren. Umfassende Untersuchungen konnten allerdings bis heute keinen Zusammenhang zwischen den Biogas Anlagen und den Erkrankungen feststellen – Forscher vermuten nur aufgrund des Vorkommens der Sporen in der Biogas Anlage, dass sie die Quelle der Erkrankungen ist.

Undichte Anlagen

Wissenschaftlich bewiesen ist allerdings die Undichtigkeit vieler Biogas Anlagen. So können kleine Mengen an Methan und anderen Gasen in die Umwelt entweichen. Da das Methan eine 25- bis 30-Mal höhere Aufheizwirkung als CO2 hat, fördert Methan die Klimaerwärmung deutlich mehr als Kohlenstoffdioxid. Deshalb müssen die Anlagen regelmäßig einer Dichtigkeits-Prüfung unterzogen werden, um ein zu großes Methan-Austreten zu verhindern.

Gesund bleiben mit den Tipps von esc2010.eu:

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